Das ganze Büro in einer Hand. Portable Software für den USB-Stick.
Mobiler USB- Datenspeicher wird derzeit so günstig wie nie angeboten. So bekommt man einen 4Gb- Stick schon für unter 10 € - und die Qualität ist zum Hin- und Hertransportieren von Daten und Bildern mehr als ausreichend.
Doch mit einem USB-Stick kann man mehr machen als nur Daten und Bilder hin- und herzuschieben. Zum Beispiel lässt sich darauf ein komplettes mobiles Büro einrichten - mit allen emails, Adressen, Terminen, Passwörtern, mit den gewohnten Browsereinstellungen, Lesezeichen und Programmen. Die Daten und Bilder passen obenhin noch drauf. Mit einem solchen individuell bestücktem Winzling kann man das eigene Notebook getrost auch mal zu Hause lassen.
Alles, was man für die Einrichtung der Arbeitsumgebung braucht, findet sich kostenfrei im Internet. Dank einer umfangreichen Schritt für Schritt- Anleitung (Portable Arbeitsumgebung auf dem USB-Stick einrichten) finden sich auch Anfänger schnell zurecht. Portable Programme gibt es inzwischen für viele Einsatzbereiche - mit ein wenig googeln sollten sich für jeden die für ihn geeigneten Programme auch finden lassen. Ich fand neben dem schon genannten Artikel das Blog über Portable Software in Deutsch ganz hilfreich, wo schnörkellos und übersichtlich zahlreiche in Kategorien geordnete Programme vorgestellt werden.Wer sich seine Programme nicht selber zusammensuchen möchte, kann sich für ein schon geschnürtes Komplettpaket entscheiden. Eines der bekanntesten ist die Portable Appz Suite, die es in drei unterschiedlichen Varianten gibt und bei der man zusätzlich zu den Programmen u.a. gleich ein fertiges Startmenü und ein Backup-Werkzeug erhält. Einfacher und komfortabler geht es kaum noch.
Hat man sich nicht für ein Komplettpaket entschieden, sollte man sich nach Auswahl der Programme nach einem Startmenü umsehen. Ein bekannter Vertreter ist PStart. Das kleine Tool stellt ein umfangreich konfigurierbares Startmenü für USB- Anwendungen zur Verfügung, das keine Wünsche offen lässt und eine Autostartfunktion enthält - wahlweise nur im Tray als Icon oder als Fenster sichtbar. Wem PStart nicht zusagt, der findet ausreichend Alternativen. Mir sagt es zu - in der Grafik zum Beitrag zu sehen mit der Auswahl an Programmen, für die ich mich entschieden habe… einige sind nur testweise auf dem Stick, da ich neugierig bin, daher nicht wundern über ein, zwei Programme, die denselben Zweck erfüllen…
Nutzt man den Stick am heimischen Rechner nicht, sollte man sich Gedanken machen, wie man seine persönlichen Daten (emails, Termine, Notizen…) synchronisieren kann - sonst kommt man mit seinem mobilen Büro schnell durcheinander und das Datenchaos ist vorprogrammiert. Gute Tools für diesen Zweck sind bspw. DirSync, Allway Sync oder Toucan, die es alle auch als portable Programme gibt. Auszuführende Synchronisationen lassen sich damit nach einmaliger Einrichtung automatisieren bzw. auf Knopfdruck erledigen. Und auch das regelmäßige Backup wird damit zum Kinderspiel.
Ebenfalls wichtig: Die sensiblen Daten auf dem Stick sollten vor fremden Blicken geschützt sein. Ich bin auf dem Blog von Carsten Knobloch auf Rohos Mini Drive gestossen und nutze das Tool seither in der kostenlosen Version. Alternativen gibt es auch hier - eine der bekanntesten Vertreter: TrueCrypt.
Einziger Wermutstropfen: Mit dem oben genannten 4GB USB-Stick für derzeit unter 10€ wird man an seinem mobilen Büro dauerhaft nicht so wirklich Freude haben - die Geschwindigkeit ist schlichtweg zu langsam. Wer nach einem Test feststellt, das mobile Büro dauerhaft nutzen zu wollen, sollte sich nach einem hierfür geeigneten USB- Stick mit schneller Lese-/Schreibgeschwindigkeit umsehen. Der “einfache Stick” taugt dann nicht zuletzt als Backupziel.
Abschließend ein paar Tipps zum konfigurieren einzelner Programme:
1. Thunderbird und Thunderbird portable
Eine einfache und funktionierende Anleitung, wie man sein vollständiges Thunderbird-Profil (Konten, emails, Addons…) auf die portable Version transportieren und so immer mit sich führen kann, findet man im Rechenzentrum der Uni Bamberg. Sinnvollerweise sollte man sein stationäres Thunderbird nicht mit Addons überladen haben, da dies nach Übertragung auf die portable Version die Geschwindigkeit doch merklich herabsetzt. Weiter wichtig: Thunderbird Portable muss vor der Datenübertragung aus dem Thunderbird Ordner zumindest einmalig gestartet worden sein - erst dann wird der entsprechende “Profile”-Ordner als Unterverzeichnis des “Data”- Ordners angelegt.
2. Evernote Portable
Evernote portable lässt sich installieren, sobald man Evernote stationär installiert hat. Evernote aufrufen - in der Symbolleiste unter “Tools” findet man den entsprechenden Menüpunkt.
weitere Informationen zu portabler Software bei Wikipedia
oberes Foto: John Br., stock.xchng













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